Wasserturm MG | 183

Wer auf der Viersener Straße Richtung Norden fährt, kann ihn nicht übersehen:
Den Neuen Wasserturm, ein monumentales Zeugnis der Industriearchitektur und eines der markantesten Wahrzeichen der Stadt. Als Mittelpunkt eines markanten Kreisverkehrs bildet er nicht nur einen geografischen Knotenpunkt, sondern ist auch der visuelle Ankerpunkt des umliegenden Jugendstil-Viertels.
Ein Kind der Jahrhundertwende
Errichtet zwischen 1907 und 1909 nach den Plänen des Stadtbaumeisters Otto Greiß, war der Turm eine Antwort auf das rasante Wachstum Mönchengladbachs vor dem Ersten Weltkrieg. Mit Baukosten von damals 212.000 Mark sollte er weit mehr sein als ein technischer Zweckbau zur Trinkwasserversorgung: Greiß erschuf ein prestigeträchtiges Denkmal im Jugendstil, das bis heute das Stadtbild prägt.
Überdauerte Zeitgeschichte
Erstaunlicherweise überstand das weithin sichtbare Bauwerk den Zweiten Weltkrieg völlig unbeschadet. In den letzten Jahrzehnten wurde der Turm mehrfach liebevoll instand gesetzt:
- 1980er/90er Jahre: Umfassende Renovierung des markanten Kupferdachs.
- 2009: Zum 100. Jubiläum erstrahlte der Turm in einer spektakulären Lichtinszenierung.
- 2024: Frischer Glanz durch einen neuen Außenanstrich, der spektakulär von Industriekletterern aufgetragen wurde.
Kunst und Ausblick
Der Turm ist heute weit mehr als ein historisches Depot: Im ehemaligen Wärterhäuschen finden junge Talente eine Heimat. Die Stadt stellt Künstlern die Räumlichkeiten für zwei Jahre mietfrei zur Verfügung, um im Gegenzug Impulse für die Verschönerung des Stadtbildes zu erhalten.
Von März bis August öffnet der Turm regelmäßig seine Pforten. Besucher können an jedem ersten Samstag im Monat (10, 11 und 12 Uhr) kostenlos die Aussichtsplattform erklimmen und einen der besten Ausblicke über Mönchengladbach genießen.
Tipp für Entdecker:
Die Teilnahme an den monatlichen Führungen ist kostenlos, bietet aber tiefe Einblicke in die Technik und Ästhetik dieses Baudenkmals.
Quellen
Bonus: