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Sankt Anna Kirche | 194

Kirchen 2. Mai 2026

Die geistliche Geschichte der Honschaft Windberg ist ein eindrucksvolles Beispiel für bürgerliches Engagement. Über Jahrhunderte gehörte der Ort zur Pfarre St. Mariä Himmelfahrt in Mönchengladbach, ohne ein eigenes Gotteshaus zu besitzen.

Die Anfänge: Das Gebet im kleinen Kreis

Der Wunsch nach einer eigenen Gebetsstätte führte 1866 zur Gründung eines Bauvereins. Bereits zwei Jahre später, 1868, war eine kleine Kapelle fertiggestellt, die der „Schmerzhaften Mutter“ gewidmet war. Was anfangs nur als Ort für das Rosenkranzgebet diente, entwickelte sich dank der Bemühungen von Oberpfarrer Lelotte bald zu einem Ort, an dem auch die Heilige Messe gefeiert werden durfte.

Aufstieg und Neubau

Mit dem starken Bevölkerungswachstum Ende des 19. Jahrhunderts reichte die kleine Kapelle nicht mehr aus.

  • 1895: Windberg wird zum Rektorat erhoben und erhält mit Franz Zilles den ersten eigenen Seelsorger.
  • 1906–1909: Der Nürnberger Architekt Josef Schmitz wird mit der Planung einer repräsentativen Kirche im neuromanischen Stil beauftragt.
  • 1911: Nach der Grundsteinlegung im September 1909 konnte die heutige St. Anna Kirche am Heiligabend 1911 feierlich in Gebrauch genommen werden.

Eigenständigkeit und Erhalt

Ein wichtiger Meilenstein folgte am 11. Oktober 1914, als Windberg offiziell von der Mutterpfarre abgetrennt und zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde. Die alte Kapelle von 1868 hatte damit ausgedient und wurde 1920 abgerissen.

Trotz der schweren Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg (1945) konnte die Kirche bereits bis 1948 wieder instand gesetzt werden. In den Jahren 1974 bis 1975 erfolgte unter der Leitung des Architekten Karl Josef Ernst eine umfassende Sanierung, die das Bauwerk für die Zukunft sicherte. Heute steht St. Anna nicht nur als architektonisches Wahrzeichen in Windberg, sondern auch als Zeugnis einer wachsenden Gemeinde, die sich ihren eigenen Raum für den Glauben schuf.

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