Gebäude mit Verladerampe, zwischen 2011 und 2012 | Käthe und Bernd Limburg, www.limburg-bernd.de

Die Neusser Lagerhaus AG | 158

Lagerhäuser 2. Mai 2026

Nördlich der Neusser Innenstadt, eingebettet zwischen der Düsseldorfer Straße und dem Wasser der Obererft, markiert das Neusser Lagerhaus ein bedeutendes Kapitel der regionalen Wirtschaftsgeschichte. Der Gebäudekomplex, der über ein Jahrhundert lang das Bild des Hafens prägte, zeugt von der Entwicklung der modernen Lagerlogistik – von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart.

Ursprung und architektonische Entwicklung

Die Wurzeln des Standorts reichen bis in die frühen 1880er Jahre zurück, als die Brüder Koenemann und Wilhelm Berger begannen, das Gelände am Erfthafen gewerblich zu nutzen. Am 2. Juni 1896 mündete diese Zusammenarbeit in der Gründung der Neusser Lagerhaus AG.

Noch im Gründungsjahr entstand das erste markante Bauwerk: ein Speicher aus klassischem Sichtbackstein, der bereits früh mit mechanischen Elevatoren für den effizienten Warenumschlag ausgestattet wurde. Über die Jahrzehnte wuchs das Areal stetig an:

  • 1924: Ergänzung durch ein zweigeschossiges Stückgutlager in robuster Stahlbetonbauweise.
  • 1938: Errichtung eines Getreidesilos nach dem damals modernen „Suka-System“ zwischen dem Altbau und dem Stückgutlager.
  • 1950er Jahre: Modernisierung der Anlage durch einen neuen Elevator direkt an der Kanalkante.

Aufgrund ihrer historischen und architektonischen Bedeutung wurden das Stückgutlager und der Stockwerkspeicher im Jahr 2010 offiziell unter Denkmalschutz gestellt.

Ein jähes Ende für den Stockwerkspeicher

Trotz seines Status als geschütztes Denkmal erlitt das Ensemble im Frühjahr 2024 einen herben Verlust. Am 20. März brach im historischen Stockwerkspeicher ein Großbrand aus. Obwohl die Feuerwehr den Brand bis zum Morgen des Folgetages unter Kontrolle bringen konnte, war die Bausubstanz des Speichers zu diesem Zeitpunkt bereits so schwer beschädigt, dass das Gebäude nicht mehr gerettet werden konnte.

Heute verbleiben die restlichen Teile des Komplexes als Mahnmal für die industrielle Blütezeit des Neusser Hafens, während das Schicksal des zerstörten Speichers eine schmerzhafte Lücke in das denkmalgeschützte Ensemble gerissen hat.

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