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Ehem. Atlantis Kino Rheydt | 270

Kinos 2. Mai 2026
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Wo heute Stille herrscht, prägten früher Schere und Kamm den Alltag: Bevor das Kino „Atlantis“ seine Tore öffnete, befand sich an gleicher Stelle der Herren- und Damen-Frisiersalon von Hugo Dillenburg. Im Jahr 1953 jedoch verwandelte der Erbauer Arthur Schmidt das Areal in einen Ort für große Leinwandträume.

Ein Interieur mit besonderem Stil

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Schon beim Betreten des Gebäudes von der Straßenseite aus wurde der Kinobesuch zum Erlebnis. Das in edlem Schwarz und Gold gehaltene Foyer empfing die Gäste mit dekorativen Vitrinen, bevor man in den Saal gelangte. Dort erwartete das Publikum eine durchdachte Farbkomposition:

Helle Eichenholzpaneele an den Wänden harmonierten mit grünen Wandbespannungen. Besonders komfortabel waren die hochgepolsterten Sessel in den Farben Grün und Rotbraun. Ein technischer Kniff sorgte für optimale Sicht: Durch minimal unterschiedliche Breiten der Stühle konnten diese perfekt „auf Lücke“ gesetzt werden, ohne dass die Reihen am Ende ungleichmäßig wirkten.

Technik und Hollywood-Glanz

Technologisch war das Haus seiner Zeit weit voraus. Bereits zur Eröffnung stand eine Panoramaleinwand für 3D-Filme zur Verfügung, und schon 1954 wurde auf das moderne CinemaScope-System aufgerüstet. Auch die Filmauswahl war erstklassig: Zur Premiere im Jahr 1953 wurde der Klassiker „Mein großer Freund Shane“ als Deutschlandpremiere gezeigt, gefolgt von Kultfilmen wie „Casablanca“. Ein besonderes historisches Juwel ist ein persönliches Grußwort samt Autogramm von Hollywood-Legende Humphrey Bogart auf dessen privatem Briefpapier, das der Eröffnung gewidmet war.

Der Vorhang fällt

Über viele Jahrzehnte hinweg bot das Atlantis das größte Leinwanderlebnis in ganz Mönchengladbach. Doch im Jahr 2016 endete diese Ära endgültig: Als letztes verbliebenes Lichtspielhaus in Rheydt musste das Atlantis schließen. Obwohl es in der Folgezeit verschiedene Bemühungen und Initiativen gab, das Kino wieder zum Leben zu erwecken, blieb der Erfolg bislang leider aus. Was bleibt, ist die Erinnerung an einen Ort, der über Generationen hinweg das kulturelle Herz des Stadtteils mitgestaltet hat.

eröffnet:Dezember 1953
geschlossen:2016
Sitzplätze:680 (1953) - 703 (1958/1962) - 493 (1978) -345 (1989) - 369 (2014)
Architekt:Walther Hausmann, Düsseldorf

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