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Die Ressource-Gesellschaft | 135

Vereine 3. Mai 2026

Das jüdische Leben wurde über lange Zeit durch verschiedene Vereine geprägt, die den Mitgliedern Raum für ein gemeinschaftliches Miteinander boten. Die bedeutendste dieser Vereinigungen war die Ressource-Gesellschaft, deren Wurzeln auf einen im Jahr 1817 gegründeten Erholungsverein zurückgingen. Im Jahr 1828 erfolgte die Neugründung unter ihrem französischen Namen, wobei die Satzung das Ziel des Vereins klar definierte: Erholung und gesellige Unterhaltung.

Aufstieg und kulturelle Bedeutung

Der Verein entwickelte sich stetig weiter und schuf sich eine repräsentative Heimat:

  • Der Stammsitz: Im Jahr 1839 erwarb die Gesellschaft das einstige Adelspalais in C 1, 2.
  • Die Erweiterung: Um den Mitgliedern nach der täglichen Arbeit einen noch großzügigeren Rahmen für den Austausch zu bieten, wurde das Gebäude 1924 aufgestockt.
  • Mehr als nur Freizeit: Die Räumlichkeiten dienten nicht nur der Entspannung bei Kaffee und Spiel, sondern waren ein zentraler Ort für die Gemeindepolitik. Laut dem Gemeindevorsitzenden Julius Moses wurden dort regelmäßig wichtige Gemeindefragen erörtert.
  • Bildung: Mit einer umfangreichen Bibliothek von über 6.000 Bänden stellte der Verein zudem ein bedeutendes Wissensdepot dar.

Das Ende einer Ära

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Die Zeit des freien Austauschs endete unter dem Druck des Nationalsozialismus. Ab dem Frühjahr 1938 war jedes Treffen der Mitglieder an eine vorherige Anmeldung bei der Gestapo gebunden. Nur ein Jahr später, 1939, fand die Geschichte der Ressource-Gesellschaft ein jähes Ende, als der Verein offiziell aus dem Vereinsregister gelöscht wurde.

Quellen

Keller, Volker: Jüdisches Leben in Mannheim, Mannheim 1995

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